Dienstag, 1. September 2015

Sie nennen alle Bruder. Dabei bin ich mit meinem Ratgeber überhaupt nicht verwandt. Und als ob mir jemand, nur weil er mit mir verwandt ist, einen Rat geben darf, den ich nicht gleich wegscharren sollte. Gegen den Mosquito kämpft es sich nicht, besser wedelt man ihn hinfort. Der Mosquito ist geladen als Exot, der zum Stechen kommt und nie ein Freund wird bevor die Zeitung seine Innereien sprengt; und der Fleck seiner statt die Wand schmückt. In der Retrospektive fliegt der Mosquito. Jetzt ist er schon längst tot. Ich komme 15 Jahre zu spät, um sein Gezappel im Glas zu zeigen. Die sich Namen gebende Macht in der Benennung und Archivierung des Vergangenen als Vergangenes verschlampt die Erhabenheiten in der Sublimierung. Der Historiker ist ein Halunke. 

Dass die Seifenblase beim Stich platzt, meine ich.

Sonntag, 9. August 2015

...das ist, wo es schmerzt.

Mit der geladenen Adäquatheit zum Miteinanderspielen mit den Echten begegnet man denen. Übrigens: Der Glaube an die Individualität wird nicht denunziert, stellt man die Behauptung auf ein Mensch sei zu sehr Seifenblase, um ihn nicht zu durchschauen. Es ist die Volition nötig, jemanden zu finden, der vom schmerzhaften Stoß nicht platzt. Und dann ist sein Fortgehen die Menschlichkeit und sein Glaube jene im Individuum ausfindig zu machen.

"Das Mittel aber, aus jenen intelligiblen Welten zurückzurufen, in die auszuschweifen Kant schon verbot, ist der Schmerz. Er hat seit je am sichersten Raison gelehrt. Er bringt die Widerstrebenden und Schweifenden, Phantasten und Utopisten zu sich selbst, ja er reduziert sie auf den Leib, auf einen Teil des Leibs. Im Schmerz wird alles eingeebnet, jeder wird jedem gleich, Mensch und Mensch, Mensch und Tier. Der Schmerz saugt das ganze Leben des Wesens auf, das er ergriffen hat: sie sind nichts mehr als Hüllen von Schmerz."

Horkheimer: Vernunft und Selbsterhaltung


Zum Glück platze ich bald. Ich kann es nur mir empfehlen Seifenblase zu sein.

Freitag, 7. August 2015

"In allen systematischen Schriften Hegels gibt es einen Abschnitt, der vom unglücklichen Bewußtsein handelt. Mit innerer Unruhe und Herzklopfen geht man stets an die Lektüre solcher Untersuchungen, mit der Befürchtung, man werde zuviel oder zuwenig erfahren."

Kierkegaard: Entweder-Oder, S.259


"Man kann das Glück des Denkens nicht empfehlen." 

Adorno


Im Totalisator ragen Scherben an denen ein Wunsch zerschellt.

Mit der Stütze sitzend auf denen, die, weil sie schon tot sind, alle Rechte bloß hätten zu urteilen, wie es um die Dinge steht, kann man ganz befreit die selben Erfahrungen machen, um fortan der mit erhobenem Finger zu sein, der spricht: "So habe ich es gesagt; und davor auch schon jemand." Ungeachtet ob irgendwer nun Recht zuspricht oder nicht. Das würde man nämlich alles unterlassen, hätte man nicht Recht in der Exlusivität, die man sich dabei selbst entwirft und notwendig um sich wirft und die nur aufprallt und keiner zurückschmeißt und die der Entwurf eines der langweiligsten Spiele ist, wenn keiner außer man selbst teilnimmt und das den größten Gegner bis zu niemanden hat und - ...